Shopware x Odoo: Integration statt Insellösungen

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ennst du die Story, wie die NASA auf einen Schlag 327 Millionen US-Dollar in den Sand gesetzt hat? 1999 schickte die Weltraumbehörde den Mars Climate Orbiter in Richtung des Roten Planeten. Alles lief glatt, bis die Sonde in ihre Umlaufbahn eintreten sollte. Der Winkel stimmte nicht, der Orbiter flog zu tief an und zerbrach in der Atmosphäre. Was nicht verglühte, krachte in den Marsstaub.

Später stellte sich heraus, dass ein simpler Zahlenfehler schuld an dem Debakel war: Ein Team von Lockheed Martin lieferte seine Navigationsdaten in imperialen Einheiten. Als wissenschaftliche Einrichtung erwartete die NASA aber metrische Werte. Zwei Systeme, eine Schnittstelle, schlechte Datenqualität, ein Millionenschaden – und wir sind mitten im Thema.

Denn in diesem Beitrag geht es um die Integration des Odoo-ERP-Systems in deinen Shopware Store. Auch hier müssen zwei Systeme miteinander kommunizieren, Daten austauschen und Schnittstellen nutzen.

Den Millionenschaden möchtest du dabei bestimmt vermeiden. Deshalb werfen wir nicht nur einen Blick auf die Integration, sondern schauen uns auch an, wie Shopware und Odoo dein Unternehmen effizienter, skalierbarer und damit profitabler machen können.

Den endgültigen Einstieg finden wir mit einer einfachen Frage:

Odoo – Was ist das überhaupt?

Odoo ist ein in Europa entwickeltes ERP-System. Die Software stammt ursprünglich aus der Open-Source-Welt, gilt heute jedoch als umfassende Business-Plattform, die von mittelständischen Unternehmen hin zu international aufgestellten Organisationen eingesetzt wird.

Dabei bildet Odoo zentrale Unternehmensprozesse in einer modularen Softwarelandschaft ab. Zu den Komponenten gehören etwa Vertrieb und Kundenmanagement, Lager- und Bestandsführung, Rechnungswesen sowie weitere operative Kernbereiche. Daten und Prozesse sind intermodular miteinander verknüpft und stehen damit über Abteilungsgrenzen hinweg konsistent zur Verfügung.

Da stellt sich doch direkt die Frage:

Für welche Unternehmen eignet sich das Odoo-ERP?

Wenn du hochspezialisierte ERP-Systeme außen vorlässt, existieren weltweit ungefähr zehn bis 20 Plattform-Player, die in Konzernen und im gehobenen Mittelstand eingesetzt werden. Warum also solltest du dich ausgerechnet für Odoo entscheiden? Zum Beispiel wegen:

Modularer Aufbau statt Komplettlösung

Viele klassische ERP-Systeme werden als große Pakete eingeführt, inklusive zahlreicher Funktionen, die du anfangs vielleicht noch gar nicht brauchst. Odoo funktioniert anders: Du startest mit wenigen Anwendungen wie CRM, Buchhaltung oder Lager und erweiterst das System schrittweise.

Durchgängiges Datenmodell statt Schnittstellenlandschaft

Neue Module werden dabei direkt in die bestehende Plattform integriert und nutzen dieselben Daten. Informationen werden also nur einmal angelegt und stehen danach überall konsistent zur Verfügung. So reduzierst du aufwendige Datenpflege, Medienbrüche und die berüchtigten Datensilos.

Schneller Einstieg mit skalierbarem Wachstum

Im Vergleich zu klassischen ERP-Großprojekten lässt sich Odoo in der Regel schrittweise einführen. Unternehmen starten mit einem klar definierten Kernumfang und erweitern das System mit dem Wachstum ihrer Anforderungen. So vermeidest du den gefürchteten Großprojekt-Ansatz und bekommst ein ERP-System, das parallel zum Unternehmen mitwächst.

Ergo: Odoo eignet sich für …

… Unternehmen, die wachsen, ihre Prozesse schrittweise digitalisieren möchten und auf ein monolithisches Großprojekt mit jahrelanger Einführungszeit lieber verzichten wollen. Besonders im Mittelstand (etwa im B2B-Handel, im E-Commerce oder in service- und lagergetriebenen Geschäftsmodellen) spielt das System seine Stärken aus. Dank der gemeinsamen Datenbasis und der durchgängigen Prozesse eignet sich Odoo zudem hervorragend für anspruchsvolle Omnichannel-Strategien, bei denen Onlineshop, stationärer Handel, Marktplätze oder weitere Vertriebskanäle nahtlos zusammenspielen sollen.

Weniger geeignet ist Odoo dagegen überall dort, wo Konzernstrukturen mit extrem spezialisierten Prozessen, globalen Rollouts oder stark regulierten Branchenanforderungen den Takt vorgeben. Hier erlauben die Branchenriesen rund um SAP oder Microsoft häufig mehr Kontrolle und/oder die Abbildung sehr komplexer Use Cases. Selbiges gilt, wenn ein Unternehmen bereits tief in einem bestimmten Software-Ökosystem verankert ist: Läuft der gesamte Betrieb über MS-Lösungen, lässt sich Dynamics meist leichter integrieren als ein externes ERP.

Lesetipp: Bei dir arbeitet seit vielen Jahren das Microsoft Navision ERP und du willst nun im Onlinehandel durchstarten? Wir zeigen dir, wie die Shopware-Integration funktioniert.

Shopware x Odoo: Wie funktioniert die Integration?

Sollte Odoo als ERP-System für dein Unternehmen interessant sein, müssen wir natürlich auch über die Frage sprechen, wie du Store und Enterprise-Resource-Planning miteinander verbinden kannst.

Dabei gilt: Odoo ersetzt nie deine Storefront! Egal ob B2B oder B2C, Shopware bleibt das Schaufenster in deine Warenwelt und ist weiterhin der Platz im Software-Stack, der sich für Warenkorb und Checkout verantwortlich zeichnet.

Oder umgekehrt: Nutzt du bereits das Odoo-ERP und willst dich nun mit einem eigenen Store in den Onlinehandel vorwagen, öffnet Shopware deiner Kundschaft den Zugang zu deinem Katalog und bringt sämtliche Shopping-Funktionen mit, die Odoo selbst nicht mit an Bord hat.

Die zentrale Aufgabe der Integration ist also, die Prozesse zwischen Shop und ERP miteinander zu verbinden und gleichzeitig für einen konsistenten Datenaustausch zwischen den Systemen zu sorgen (denke an die Mars-Sonde!) – und das funktioniert zum Beispiel so:

Direkte API-Anbindung

Bei der direkten Anbindung kommunizieren Shopware und Odoo unmittelbar über ihre jeweiligen Schnittstellen (APIs) miteinander. Das bedeutet, die Systeme tauschen Daten ohne zwischengeschaltete Ebene aus.

Das klingt zunächst einfach und günstig, geht aber oft zulasten der Flexibilität: Sobald Prozesse vom Standard abweichen – etwa im B2B-Handel mit individuellen Preislogiken, komplexen Lagerstrukturen oder mehreren Vertriebskanälen – stößt die direkte Verbindung schnell an ihre Grenzen. Jetzt müssen Prozesse und Datenstrukturen angepasst werden, entweder auf Shopseite oder im ERP.

Standard-Plugins

Eine zweite Möglichkeit sind vorkonfigurierte Plug-ins oder fertige Integrationen für Shopware und Odoo. Diese Lösungen bilden typische Standardprozesse bereits ab und lassen sich daher meist relativ schnell implementieren.

Auch hier liegt der größte Nachteil in der begrenzten Flexibilität. Denn die Erfahrung zeigt immer wieder, dass es den „typischen Standardprozess“ in der freien Unternehmenswildbahn nur selten gibt. Denn allzu oft wachsen Prozesse historisch und erweisen sich in der Praxis als maximal individuell. Jetzt muss am Plugin geschraubt werden – was vor allem dann kritisch wird, wenn es sich als digitale Blackbox entpuppt.

Connector (Middleware) als zentrale Integrationslösung

Die dritte Variante ist der Connector, also eine zwischengeschaltete Integrationsschicht zwischen Shopware und Odoo. Dieser übernimmt die Kommunikation zwischen beiden Systemen, synchronisiert Daten und sorgt dafür, dass Informationen in der jeweils richtigen Struktur weitergegeben werden.

Vorstellen kannst du dir so eine Middleware wie einen flexiblen, digitalen Dolmetscher, der gleich mehrere Vorteile mitbringt:

  • Anpassungen in einem System wirken sich nicht direkt auf das andere aus
  • Datenflüsse lassen sich zentral steuern und überwachen
  • Weitere Systeme (zum Beispiel PIM, Marktplätze oder Versanddienstleister) können später leichter angebunden werden
  • Komplexe Geschäftslogiken lassen sich besser abbilden als in starren Standard-Plugins

Ein Connector stellt also nicht einfach nur eine Verbindung her, sondern ermöglicht eine stabile Integrationsarchitektur. Gerade für wachsende Unternehmen im B2B-Umfeld ist er daher meist die nachhaltigste Lösung.

Lesetipp: Ein weiterer sinnvoller Teil des Software-Stacks: Die Suche über Nosto in deinem Shopware Store. Wieso du davon profitierst, erklärt dir unser Beitrag.

Shopware und Odoo verbinden: Was es bringt

Okay, du weißt jetzt, was Odoo ist, wie es sich von anderen ERP-Systemen abhebt und wie du es am besten mit deinem Shopware Store verknüpfst. Sollte jetzt irgendwas an dir nagen, wissen wir, um was es sich handelt: das Warum.

Warum solltest du dir überhaupt ERP und Shop miteinander verbinden? Als kurze Antwort: Weil es dir im Alltag spürbare Vorteile bringt. Zum Beispiel:

  • Weniger manuelle Datenpflege
    Produktdaten, Bestände und Bestellungen müssen nicht mehrfach gepflegt werden, sondern werden zwischen Shopware und Odoo automatisch synchronisiert.
  • Schnellere und fehlerärmere Prozesse
    Bestellungen aus dem Shop landen direkt im ERP, ohne dass irgendjemand sie manuell übertragen muss. Das reduziert Fehlerquellen und beschleunigt die Abwicklung.
  • Aktuelle Bestände in Echtzeit
    Lagerverfügbarkeiten sind im Shop immer aktuell. So vermeidest du Überverkäufe und falsche Lieferzusagen.
  • Durchgängige Prozesskette vom Kauf bis zur Rechnung
    Vom Checkout in Shopware bis zur Rechnung in Odoo laufen die Schritte ohne Medienbruch durch ein verbundenes System.
  • Bessere Skalierbarkeit im Wachstum
    Mehr Bestellungen, verschiedene Kanäle oder neue Märkte lassen sich deutlich leichter abbilden, weil Prozesse nicht manuell mitwachsen müssen.

Auf den Punkt gebracht: Durch eine Verbindung zwischen ERP und Shop werden viele alltägliche Abläufe effizienter, weniger fehleranfällig und langfristig besser skalierbar. Schauen wir uns also einmal die Details an:

Welche Daten können zwischen Shop und ERP fließen?

Zunächst die Basis: Welche Informationen müssen in beiden Systemen identisch verfügbar sein, damit Prozesse überhaupt sauber funktionieren können? Im Kern lassen sich die relevanten Daten in diese Bereiche einteilen:

  • Produktstammdaten: Grundlegende Artikelinformationen wie Bezeichnungen, Beschreibungen, Bilder, Varianten und technische Merkmale.
  • Preis- und Konditionsdaten: Informationen zu Verkaufspreisen, Preislisten, Rabatten oder kundenspezifischen Konditionen.
  • Bestandsdaten: Angaben zu Lagerverfügbarkeiten, Lagerorten und allgemeinen Bestandsmengen.
  • Kundendaten: Stammdaten wie Namen, Adressen, Kontaktdaten und zugehörige Kundengruppen.
  • Auftragsdaten: Informationen zu Bestellungen, Positionen, Mengen und zugehörigen Transaktionsdaten.
  • Versand- und Lieferdaten: Daten zu Versandarten, Sendungsstatus und Trackinginformationen.

Aber der Datenaustausch bringt noch keinen wirklichen Mehrwert, denn irgendwie müssen die Informationen ja auch verarbeitet werden. Deshalb folgt auf der nächsten Ebene direkt die Frage:

Welche Prozesse können zwischen Shop und ERP synchronisiert werden?

Dass sich viele Arbeitsabläufe automatisieren lassen, wenn ERP und Store sich die Daten teilen, ist nun bereits mehrfach angeklungen. Aber werden wir einmal konkret. Was ist wirklich möglich? Typischerweise geht es um folgende End-to-End-Prozesse:

  • Bestellabwicklung
    Jeder Kauf im Shop löst einen durchgängigen Prozess aus: Die Bestellung wird ins ERP übertragen, dort geprüft, weiterverarbeitet, ausgeliefert und schließlich abgerechnet. Vom Checkout bis zur Rechnung bleibt der gesamte Ablauf digital verbunden.
  • Lager- und Beschaffungsprozesse
    Verkäufe im Shop wirken sich direkt auf die Bestände im ERP aus. Auf Basis dieser Daten können dann Nachbestellungen oder interne Umlagerungen ausgelöst werden, um die Verfügbarkeit sicherzustellen.
  • Versand- und Fulfillment-Prozesse
    Nach Auftragseingang werden Kommissionierung, Verpackung und Versand direkt im ERP gesteuert. Statusänderungen und Versandinformationen übermittelt das System dabei zurück an den Shop, damit die Kundin den aktuellen Stand der Bestellung nachvollziehen kann.
  • Kundenmanagement über Systemgrenzen hinweg
    Kundendaten aus dem Shop werden im ERP weiterverwendet und angereichert, etwa für Service, Vertrieb oder wiederkehrende Bestellungen. So entsteht ein konsistentes Kundenbild über den gesamten Customer-Lifecycle hinweg.
  • Retouren- und Reklamationsprozesse
    Auch Rücksendungen werden im ERP verarbeitet und wirken sich gleichzeitig auf Lagerbestände, Buchhaltung und Auftragsstatus aus. Der gesamte Rückabwicklungsprozess bleibt dadurch nachvollziehbar und stringent.

Im Zusammenspiel sorgen all diese Prozesse dafür, dass Shopware und Odoo nicht nur Daten austauschen oder eine Handvoll Aufgaben automatisieren: Operative Abläufe werden über Systemgrenzen hinweg zusammengeführt und bilden einen durchgängigen Software-Stack, in dem Shop und ERP als Einheit zusammenarbeiten.

Lesetipp: Sind integrierte Prozesse und systemübergreifender Datenaustausch dasselbe wie EDI? Und wenn nicht, was hast du vom Electronic Data Interchange? Wir klären dich auf.

Die Integration: Wie tief sollte sie gehen?

In der Praxis musst du nicht die gesamte Bandbreite aller möglichen Prozesse implementieren, denn die Integration zwischen Shopware und Odoo ist kein starres Konzept, sondern lässt sich modular aufbauen. So könntest du zunächst nur einzelne Bereiche verbinden – zum Beispiel Produkte und Bestände – und weitere Funktionen erst später ergänzen.

So eine Teilintegration kann vor allem dann sinnvoll sein, wenn dein System historisch gewachsen ist und sich jede Menge Custom Code angesammelt hat. Hier reduziert die schrittweise Verbindung den initialen Implementierungsaufwand und ermöglicht vor allem einen kontrollierten Start.

Aus unserer Expertensicht raten wir allerdings immer zu einer Vollintegration – also die vollständige Verknüpfung von Shop und ERP; von den Preisdaten über Bestellungen hin zu Lager- und Versandinformationen.

Denn durch Teilintegrationen entstehen immer unvollständige Schnittstellenwelten: Einzelne Bereiche werden angebunden, andere Prozesse werden weiterhin manuell gepflegt.  Das führt zu Inkonsistenzen, zusätzlichem Pflegeaufwand und langfristig zu überflüssiger Komplexität. Du lädst dir eine gewaltige technische Schuld auf.

Eine Vollintegration vermeidet dieses Problem und sorgt langfristig für ein konsistentes Daten- und Prozessmodell über beide Systeme hinweg.

Zum Abschluss: Drei Komplexitätstreiber, die du auf dem Schirm haben solltest

Okay, die Vollintegration reduziert also langfristig die Komplexität. Trotzdem gibt es da noch drei Punkte, auf die wir bei unserer Arbeit immer wieder stoßen. Wenn sie im Projekt nicht rechtzeitig bedacht werden, sind sie in der Lage, ein ERP-Projekt deutlich zu verkomplizieren – und natürlich möchten wir sie dir keinesfalls vorenthalten:

Marktplätze und Co. im B2C

Wenn du deine Produkte nicht nur in deinem Store verkaufst, sondern auch auf Marktplätzen, im Social Commerce oder vielleicht sogar im Retail, reicht ein einfacher Lagerbestandsabgleich zwischen ERP und Verkaufskanälen nicht aus, um Überbestellungen auszuschließen.

Hier gilt es, an Sicherheitsbestände zu denken und Trigger einzubauen, die eine Beschaffung auslösen, sobald ein kritischer Bestand unterschritten wird. Das ist zwar alles keine Raketenwissenschaft, aber wenn du bei der Implementierung nicht daran denkst, dass zu einem echten Business mehr gehört als der reine Datenaustausch zwischen den Systemen, sind die Probleme schneller da, als dir lieb ist.

Steuern, Zölle und Niederlassungen bei der Internationalisierung

Operierst du über Ländergrenzen hinweg und besitzt womöglich Lager oder (Fiskal-)Niederlassungen im Ausland, heißt es ebenfalls aufzupassen. Nicht unbedingt auf der ERP-Seite – denn das System beherrscht in der Regel alle Kniffe des internationalen Handels – sondern im Shop.

Hier müssen digitale Weichen gestellt werden, um Kunden in aller Welt immer den richtigen Preis, die korrekten Lieferzeiten und alle möglichen Abgaben auf ihre Bestellung korrekt anzuzeigen. Dieser Umstand führt mitunter zu jeder Menge Detailarbeit an deiner Ladenfront, denn erneut gilt: Einfach die Daten hin- und herzuschieben, ist an dieser Stelle zu wenig.

Individuelle Preisabsprachen im B2B

Zuletzt der wahrscheinlich größte Komplexitätstreiber: Im Großhandel ist es bekanntermaßen üblich, Preise mit jedem Kunden individuell zu verhandeln. Dabei jede einzelne Kondition in ERP und Store eins zu eins abzubilden, kann zu einer echten Herausforderung werden.

Technisch ist dabei zwar alles möglich – die Frage lautet vielmehr: Ist es auch immer sinnvoll, jeden kleinen Individualpreis für den Onlineshop zu übernehmen? Denn oft genug läuft das Ganze auf eine Milchmädchenrechnung hinaus: Wenn die Firma XY mit den hochindividuellen Preisen seit über 40 Jahren per Telefon bei dir bestellt, lohnt es sich dann wirklich, 200 Personenstunden zu investieren, nur um all ihre Konditionen im Onlinestore abzubilden? Oder ist solch ein kleines Telefonat einmal im Monat vielleicht doch ganz nett?

Soll heißen: Bei der Preisabbildung darf Pareto gerne seine Anwendung finden: 80 Prozent lassen sich easy umsetzen. Ob die restlichen 20 Prozent wirklich auch ins Netz müssen, ist dagegen oft diskutabel.

Shopware x Odoo: Mehr als eine Schnittstelle

Wenn wir die wichtigsten Punkte abschließend noch einmal zusammenfassen, wird klar: Die Verbindung von Shopware und Odoo ist weniger eine technische Detailfrage als eine strategische Entscheidung über deine Systemlandschaft.

Unsere zentralen Learnings lauten dabei:

  • Eine saubere Trennung der Rollen ist entscheidend: Shopware ist die Frontend-Welt, Odoo das operative Rückgrat im Hintergrund.
  • Der eigentliche Mehrwert entsteht nicht durch eine einfache Verbindung der Systeme, sondern durch durchgängige Daten- und Prozessketten.
  • Für besagte Systemverbindung hat sich der Connector als nachhaltigste Lösung erwiesen. APIs und Plugins sind in der Regel zu unflexibel.
  • Je vollständiger die Integration erfolgt, desto weniger Arbeit und Komplexität entstehen langfristig.  Also: Vollintegration.

Wie so etwas in der Praxis aussieht, zeigen wir dir gerne auf unserer Shopware-Seite. Dort findest du konkrete Beispiele aus realen Projekten und typische Setups für den Mittelstand.

Sollte Odoo dabei nur eine Station auf deiner Digitalisierungsreise sein, kannst du gerne weiterlesen: Denn von individuellen Shopware-Erweiterungen hin zu komplexen Systemintegrationen gehören durchdachte E-Commerce-Lösungen immer zu unserem Tagesgeschäft.

Steht dann die Verbindung zwischen ERP und Store, kannst du mit dem Satz werben: „Effizienter als die NASA“ 😉. 

 

FAQ: Shopware x Odoo

Brauche ich für Shopware zwingend ein ERP-System wie Odoo?

Nein. Gerade kleinere Shops können anfangs auch ohne ERP erfolgreich arbeiten. Mit wachsendem Sortiment, steigenden Bestellzahlen oder mehreren Vertriebskanälen stößt eine rein manuelle Verwaltung jedoch schnell an ihre Grenzen. Ein ERP-System wie Odoo hilft dabei, Prozesse zu zentralisieren und den Verwaltungsaufwand deutlich zu reduzieren.

Welche Daten sollten zwischen Shopware und Odoo synchronisiert werden?

Zu den wichtigsten Daten gehören Produktstammdaten, Preise und Konditionen, Lagerbestände, Kundendaten, Bestellungen sowie Versand- und Lieferinformationen. Welche Daten im Einzelfall synchronisiert werden, hängt von den Anforderungen deines Unternehmens und den gewünschten Geschäftsprozessen ab.

Sollte ich Shopware und Odoo vollständig oder nur teilweise integrieren?

Grundsätzlich sind beide Varianten möglich. Aus unserer Erfahrung ist eine Vollintegration langfristig jedoch immer die bessere Wahl. Werden nur einzelne Bereiche miteinander verbunden, entstehen häufig Medienbrüche, doppelte Datenpflege und unnötige Komplexität. Eine vollständige Integration schafft dagegen konsistente Daten und durchgängige Prozesse.

Wie lange dauert die Integration von Shopware und Odoo?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Umfang, individuelle Anforderungen und bestehende Systemlandschaften haben großen Einfluss auf die Projektdauer. Während sich Standardprozesse vergleichsweise schnell umsetzen lassen, benötigen komplexe B2B-Prozesse oder internationale Handelsstrukturen entsprechend mehr Planungs- und Implementierungsaufwand.

Eignet sich Odoo auch für komplexe B2B- und Omnichannel-Prozesse?

Ja. Gerade Unternehmen mit mehreren Vertriebskanälen, individuellen Preisstrukturen oder wachsenden Geschäftsprozessen profitieren von der modularen Architektur und dem durchgängigen Datenmodell von Odoo. Voraussetzung ist allerdings eine sauber geplante Integration, die nicht nur den Datenaustausch, sondern die gesamten Geschäftsprozesse berücksichtigt.

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