Reifen1+: Interpneu triples B2C sales with a mega multi-store project

About
Reifen1+ ist die B2C-Plattform der Interpneu Handelsgesellschaft. Vor der Migration zu Shopware bot die Seite nur minimalen Service für Endkunden an. Heute verbindet sie digitalen Vertrieb mit lokalem Werkstattservice und überführt ein traditionelles Geschäftsmodell in die digitale Welt: Kunden wählen die passenden Pneus über ein Konfigurations-Tool, bestellen online und können im nächsten Schritt eine Partnerwerkstatt in ihrer Nähe auswählen. Im Hintergrund greifen Großhandel und Werkstattnetzwerk dabei nahtlos ineinander: Interpneu liefert die Reifen direkt an den montierenden Betrieb und kümmert sich um die komplette Logistik. Den Werkstätten wiederum wird eine eigene Shopseite auf reifen1plus.com zur Verfügung gestellt, die sie selbstständig um individuelle Informationen wie Öffnungszeiten, Preise oder weitere Services ergänzen könne.
Challenge
In Deutschland gibt es ein Ritual, das jedes Jahr von 37 Millionen Menschen praktiziert wird, unabhängig von Herkunft, Religion oder Konfession. Sie pilgern an einen Ort in ihrer Nähe, verharren eine halbe Stunde in stiller Kontemplation und kehren mit einem guten Gefühl nach Hause zurück. Manche nennen es liebevoll O-bis-O – Oktober bis Ostern –, andere sagen dazu einfach Reifenwechsel.
Rund 47,5 Millionen neue Reifen gehen bei uns dabei jedes Jahr über den Ladentisch, berichtet die Motorzeitung. Komprimiert lassen diese Zahlen nur einen einzigen Schluss zu: Der Reifenmarkt ist der vermutlich wichtigste Aftermarket der Automotive-Branche.
Gleichzeitig befindet sich die Reifenbranche in einem großen Umbruch. Die Endkundschaft wünscht sich zunehmend digitale Prozesse beim Reifenkauf; Modellsuche, Werkstattwahl und Terminbuchung sollen am besten online erfolgen. Allerdings: So viel Digitalisierung ist für viele, oft kleine, Reifenhändler kaum umsetzbar.
Dieser Umstand führte für die Interpneu Handelsgesellschaft mbH, einem der führenden Reifengroßhändler Deutschlands, zu einer neuen strategischen Herausforderung: Wie lässt sich digitale Convenience für Endkunden erzeugen und gleichzeitig das gewachsene Netz aus über 700 Werkstattpartnern integrieren?
Die Lösung: Das eigene Vertriebs- und Partnernetzwerk Reifen1+ modernisieren, zu Shopware migrieren und dabei zu einer Plattform ausbauen, die möglichst viele der Werkstattpartner unmittelbar involviert. Wie das funktioniert, zeigt Ihnen diese Case Study. Von Reifen1+ mit dabei sind Dominique Perreau als Leitung E-Commerce und digitale Prozesse und Sarah Sanesi-Manias, Marketingverantwortliche.


Traditionsbranche trifft neues Einkaufsverständnis
Um die Ausgangssituation noch einmal zu verdeutlichen: Bei den meisten Reifenhändlern handelt es sich um kleine Betriebe. Eine Handvoll Angestellte, der Chef steht noch selbst in der Montagehalle, die Chefin führt das Büro und macht die Buchhaltung. Die Terminbuchung erfolgt telefonisch oder man kommt einfach vorbei. Sätze wie: „Ich schau mal, ob wir was Passendes im Lager haben“ gehören zur Routine. Wahrscheinlich haben Sie das entsprechende Bild schon vor Ihrem inneren Auge.
Aber: Die Erwartung der Kunden ist inzwischen eine andere. Millennials sind mit dem Internet aufgewachsen; sie gehen inhärent davon aus, so gut wie alles online erledigen zu können. Recherche, Preisvergleich, Werkstattwahl, Terminbuchung – die meisten Werkstätten dagegen besitzen oft nicht mehr als eine digitale Visitenkarte.
„Viele unserer Partner haben weder Zeit noch Ressourcen für einen eigenen professionellen Webauftritt. Ihnen das zu ermöglichen, betrachten wir als wichtigen Baustein für gute Zusammenarbeit und wirtschaftliche Stabilität.“
– Sarah Sanesi-Manias, Marketingmanagerin bei Reifen1+
Als Zulieferer mit einem Netzwerk aus über 700 Werkstätten sah Reifen1+ hier nicht nur Handlungsbedarf, sondern auch großes Potenzial – allerdings fehlte dem Unternehmen die passende digitale Infrastruktur.
Veraltete Custom-Solution bei Reifen1+
Denn der Store von Reifen1+ lief auf einem über zehn Jahre alten Custom-System. Weiterentwicklungen waren kaum möglich und verliefen, wenn, dann nur schleppend. Die komplexen Strukturen des Netzwerkes ließen sich auf der Software gar nicht abbilden.
„Rückblickend würden wir heute auf keinen Fall mehr auf ein Custom-Build setzen. Eine Lösung wie Shopware 6 erfüllt die meisten Anforderungen bereits out-of-the-box und lässt uns im Alltag deutlich effizienter arbeiten.“
– Dominique Perreau, Leitung E-Commerce und digitale Prozesse bei Interpneu
Die Ziele für den geplanten Relaunch wurden daher wie folgt formuliert:
- den gesamten Auftritt in eine moderne E-Commerce-Plattform migrieren
- gleichzeitig die Partnerwerkstätten möglichst vollumfänglich mit einbeziehen
- einen nahtlosen digitalen Bestell- und Serviceprozess aufbauen
- und das neue System als Wachstumsinstrument für das Händlernetzwerk nutzen.
Gebaut werden sollte also mehr als nur ein neuer B2C-Store. Auf dem Plan stand nicht weniger als der Aufbau einer digitalen Infrastruktur für das gesamte Partnerökosystem.
Solution
Der Weg ins Ziel erfolgte in drei Schritten:
1. Plattformwahl: Shopware 6 für das digitale Fundament
Grundlegend war zunächst die Wahl eines Shopsystems. Die neue Software musste in der Lage sein, die im Hintergrund ablaufenden, komplexen B2B-Prozesse abzubilden, technische Gadgets wie einen Reifenkonfigurator zuverlässig umsetzen können und natürlich ermöglichen, das Partnernetzwerk vollständig einzubinden.
Intern wurde eine Liste mit möglichen Kandidaten erstellt, danach konnten sämtliche Abteilungen abstimmen. Nach unterschiedlichen Kriterien wurden Punkte vergeben und zusammengezählt.
Warum nicht nur die IT entschieden hat? Weil am Ende des Tages das ganze Unternehmen auf dem neuen System arbeitet – vom Marketing bis hin zur Buchhaltung. Der Gedanke, alle Bereiche in die Entscheidung zu involvieren, ist also nicht nur demokratisch, sondern auch unternehmerisch maximal sinnvoll.
„Nach der internen Bewertung über alle Abteilungen hinweg war schnell klar: Shopware ist als Lösung für uns quasi alternativlos.“
– Dominique Perreau, Leitung E-Commerce und digitale Prozesse bei Interpneu
Am Ende gab es einen eindeutigen Gewinner: Das neue System für das Commerce-Backend der geplanten Headless-Architektur hieß Shopware 6.
2. Agentursuche: Strix als Partner
Im zweiten Schritt musste ein Partner gefunden werden, der aus einer Idee etwas Greifbares macht. Warum die Wahl dabei auf Strix fiel, beschreibt Dominique Perreau so:
„Überzeugt hat uns letztlich das Gesamtpaket. Denn Agenturen, die das nötige Know-how in Sachen IT besitzen, gibt es natürlich mehrere. Aber bei Strix hatten wir schnell das Gefühl: Die verstehen auch unser Business, hören zu, aber machen auch mal den Mund auf und challengen uns, wenn wir mal auf dem Holzweg sind.“
„Die Reifenbranche bringt einige sehr spezifische Anforderungen mit sich, von der Logik rund um Fahrzeugdaten bis hin zur Verzahnung von Handel und Werkstatt. Strix hat das schnell verstanden und in der Umsetzung entsprechend berücksichtigt.“
– Dominique Perreau, Leitung E-Commerce und digitale Prozesse bei Interpneu
Sarah Sanesi-Manias ergänzt:
„Dass unsere Wahl genau richtig war, haben wir spätestens während der Umsetzung gemerkt. Bei unserem alten Partner hat es oft ewig gedauert, bis auf eine E-Mail auch nur reagiert wurde. Jede einzelne Anfrage musste bis in die Chefetage eskaliert werden. Bei Strix haben wir maximal erreichbare, feste Ansprechpartner, die sich schnell um jedes Anliegen kümmern.“
3. Umsetzung: Eine Plattform für weit mehr als B2C-Commerce
Shop-Software gewählt, Agentur gefunden: Gemeinsam mit Reifen1+ haben wir eine Plattform entwickelt, die deutlich über einen klassischen B2C-Store hinausgeht. Im Zentrum steht ein digitales Modell, das Endkunden, Großhandel und Werkstätten intelligent miteinander verbindet:
Für die Endkunden: Effiziente Customer Journey
Wenn Kunden reifen1plus.com besuchen, werden sie Schritt für Schritt durch den Kaufprozess geführt. Die Auswahl erfolgt entweder über ein Konfigurationstool, die Eingabe des Fahrzeugmodells oder direkt über den Shop.
Anschließend wählen sie eine Partnerwerkstatt in ihrer Nähe aus – basierend auf Standort, verfügbaren Services und Terminen. Im letzten Schritt buchen sie online einen Termin und ergänzen bei Bedarf zusätzliche Leistungen wie Einlagerung oder kleinere Reparaturen.
Der gesamte Prozess, von der Produktauswahl bis zur Terminbuchung, findet digital statt. Der Werkstattbesuch selbst ist der einzige analoge Kontaktpunkt.
Für den Großhandel: Synchronisation mit B2B
Jede Bestellung im B2C-Shop stößt im Hintergrund automatisch einen B2B-Prozess an. Die ausgewählten Reifen werden zu den Konditionen der jeweiligen Partnerwerkstatt beim Großhandel bestellt und direkt dorthin geliefert.
Lieferzeiten und Werkstatttermine sind dabei aufeinander abgestimmt, sodass keine manuelle Koordination erforderlich ist. Für die Betriebe entfällt damit ein Großteil der bisherigen Abstimmung per Telefon oder E-Mail. Gleichzeitig bleiben sie zentraler Bestandteil der Wertschöpfung, da Montage und Service weiterhin vor Ort stattfinden.
Für die Werkstätten: Ein eigener Merchant Shop
Die Integration in das Reifen1+-Ökosystem können die Werkstätten zuletzt perfektionieren, indem sie ihren eigenen Onlineshop auf der zentralen Plattform buchen. Die Händler erhalten so einen individuellen Platz im Web und können über das eigens entwickelte Merchant Center:
- ihr Branding über Logo, Farben und Inhalte anpassen
- Preislogiken individuell festlegen
- Dienstleistungen wie Montage oder Einlagerung konfigurieren
- oder Karriereanzeigen veröffentlichen.
Ein großer Pain Point der Werkstätten entfällt damit vollständig: Der Aufbau und die Verwaltung einer eigenen, professionell gestalteten Webseite. Die Stores sind suchmaschinenoptimiert, bereits mit relevantem Content befüllt, komplett wartungsfrei und kosten pro Monat weniger als ein Bundesliga-Abo.
„Die Merchant Shops haben dem gesamten Netzwerk einen spürbaren Schub gegeben. Sie erhöhen die Sichtbarkeit der einzelnen Betriebe und erschließen zusätzliche Kundenzugänge für alle Beteiligten.“
– Sarah Sanesi-Manias, Marketingmanagerin bei Reifen1+
Technologisch basiert die gesamte Plattform auf einer Headless-Architektur mit:
- Shopware als Commerce-Backend
- Storyblok für das Frontend und CMS
- und DooFinder für Produktsuche und Navigation.
Mit diesem Setup lassen sich mehrere hundert Merchant Shops aus einer zentralen Datenbasis effizient verwalten, pflegen und koordinieren.
Results
Was auf dem Papier gut klingt, wäre trotzdem sinnlos, wenn es keine Erfolge nach sich zieht. Daher lautet die wohl wichtigste Frage: Was hat die Migration der Reifen1+-Plattform zu Shopware gebracht? Das Resultat lässt sich sowohl quantitativ als auch qualitativ bewerten:
Die Reifen1+-Migration in Zahlen und Fakten
50 % der Reifenhändler im Partnernetzwerk haben sich innerhalb des ersten Jahres für einen eigenen Store auf der Reifen1+-Plattform entschieden. In absoluten Zahlen sind das mehr als 350 Shops, die ihren Besitzern jede Arbeit ersparen und für Reifen1+ gleichzeitig als Leuchtturm und Multiplikator wirken.
Der B2C-Absatz hat sich verdreifacht. Aus einem umständlichen und unzeitgemäßen Prozess wurde ein digitaler Kanal, der ganz auf die Erwartungen und Bedürfnisse der Endverbraucher zugeschnitten ist: schnell, online, selbsterklärend. Kunden, die ihre neuen Reifen einmal so umstandslos ordern konnten, werden in Zukunft keinen geringeren Service mehr erwarten.
Für Reifen1+ bedeuten der Umzug zu Shopware und das Headless-Setup außerdem eine deutlich verbesserte strategische Unabhängigkeit. Das Unternehmen ist nun nicht mehr für jede kleine Änderung am Frontend auf die Unterstützung durch eine Agentur angewiesen. So können neue Ideen schnell realisiert und der Auftritt im Web den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden.
„Dank des Headless-Setups können wir heute viele Anpassungen selbst vornehmen, ohne jedes Mal externe Unterstützung zu benötigen. Das macht uns deutlich schneller und unabhängiger im Tagesgeschäft.“
– Sarah Sanesi-Manias, Marketingmanagerin bei Reifen1+
Insgesamt dient die gesamte Plattform damit als wichtiges Instrument zur Erweiterung des Partnernetzwerks: Reifen1+ profitiert von der Strahlkraft des Angebotes und wird von Reifenhändlern weiterempfohlen. Gleichzeitig erhalten Werkstätten für kleines Geld einen professionellen Auftritt im Netz und können so mehr Kundschaft generieren. Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.
Ihre Zukunft mit Strix
Wenn Sie selbst Interesse daran haben, Ihre Shopware-Idee mit uns umzusetzen, informieren wir Sie gerne zu Ihren Möglichkeiten und unseren Leistungen. Benötigen Sie dagegen noch ein wenig Inspiration und Beratung, entdecken Sie, was mit Shopware möglich ist, beziehungsweise was wir schon für unsere Kunden möglich gemacht haben. Zeit zum Lesen dürften Sie nun ein wenig mehr haben, denn inzwischen wissen wir: Das nächste O-bis-O können Sie jetzt auch in Windeseile online erledigen.
